Workshop 8: Trans*, inter* und genderqueere Jugendliche in Deutschland - partizipativ‐empowernde Angebote und Vorstellung des Portals www.meingeschlecht.de

23.09.2017 14:30

 

 

 

Menschen, die geschlechtlich nicht einfach nur als entweder „weiblich“ oder „männlich“ verortet sind, stehen vor außerordentlichen Herausforderungen, ihren Platz in einer zweigeschlechtlich strukturierten Gesellschaft zu finden. Trans*, inter* und genderqueere Jugendliche passen körperlich oder psychisch scheinbar nicht in das gesellschaftlich vorherrschende heteronormative Schema der Zweigeschlechtlichkeit, das auf der Vorstellung einer fixen und kohärenten Geschlechtsidentität beruht. Mit der Überschreitung der Geschlechtergrenzen und der damit verbundenen Irritation sozialer Normen müssen nicht nur die Jugendlichen selbst einen Umgang finden, sondern auch ihre Umwelt, d.h. Angehörige, Freund*innen, Mitschüler*innen aber auch Pädagog*innen und andere Fachkräfte. 

 

Beruhend auf Ergebnissen aus Forschung und aus der Praxis der queeren Jugendhilfe wollen die Referent*innen im Beitrag verdeutlichen, wie sich diese Situation auf die Lebenswelten junger trans*, inter* und genderqueerer Menschen auswirken kann. Dabei ist zu sagen, dass zur spezifischen Lebenssituation von inter*, trans* und genderqueeren Jugendlichen im Alter von 12 bis 27 Jahren derzeit nur wenige Informationen vorliegen. Die bestehenden Angebote der Kinder‐ und Jugendhilfe und Schulen sind primär an cis‐geschlechtlichen Jugendlichen ausgerichtet, es fehlt zudem noch an verlässlichem wissenschaftlichen Background für die bedarfsgerechte Ausrichtung und Neuschaffung von Angeboten für die Zielgruppe. Dies gilt in besonderem Maße für die Angebotsstruktur in ländlichen Regionen, wo Unterstützungsangebote in der Regel kaum vorhanden sind.

 

Der Fokus dieses Workshops liegt ebenso auf der Vorstellung des Portals www.meingeschlecht.de: ein Portal für trans*, inter* und genderqueere Jugendliche. Anhand der Plattform wird nachgezeichnet, warum Unterstützungsangebote besonders für trans*, inter* und genderqueere Jugendliche so unabdingbar sind, welche es bundesweit gibt und welche Bedeutung hierbei partizipative, empowernde und intersektional ausgerichtete Angebote zur Realisierung der Menschenrechte und für die Verbesserung der gesellschaftlichen Akzeptanz pluraler Geschlechterrealitäten erhalten. 

 

Referent*innen:

 

Prof.in Dr.in Dipl.‐Päd. Andrea Nachtigall (ist Erziehungs‐ und Politikwissenschaftlerin; sie arbeitet als
Professorin für Gender und Diversity in der Sozialen Arbeit an der Ernst‐Abbe‐Hochschule Jena und
forscht u.a. zu lsbtiq*Jugendlichen und Unterstützungsangeboten in Thüringen)

 

und

 

M.A., Dipl.-Soz.päd. Nadine Bochert (arbeitet seit 2008 im Praxisfeld der queeren Jugendhilfe
im Bereich Beratung, Qualitätssicherung und Öffentlichkeitsarbeit. Sie forschte zudem im Rahmen
des partizipativen Forschungsprojekts „Lebenswelten von inter‐ und transgeschlechtlichen sowie
genderqueeren Jugendlichen in Deutschland aus Menschenrechtsperspektive“)