Worte zum Internationalen Tag gegen Homo- Trans- und Interfeindlichkeit

15.05.2015 15:11
 
Die Aktionen der "besorgten Eltern" mit den Unterstützern aus CDU/CSU und der AfD sehe wir ebenso besorgniserregend. Unter Trans*Menschen gibt es natürlich genauso wie in allen anderen Gruppen homo*Menschen. Vielmals wird trans*Menschen das Bewusstsein über ihr Geschlecht abgesprochen und ihnen wird der angebliche "Wechsel" als ein Wunsch deklariert. Das ist auch unter Homo*Menschen nichts ungewöhnliches. Das zeigt sich auch in dem Begutachtungswahn, Alltagstest und vielem mehr. Bei Menschen die körperliche der geistige Einschränkungen haben oder bei unterschiedlichen ethischen Gründen wird es noch schlimmer. Diese sind dann einer Mehrfachdiskriminierung ausgesetzt.
Wie von den besorgten Eltern, der AfD und anderen immer wieder formuliert wird, das wir Geschlecht abschaffen wollen, ist Unsinn. Trans*Menschen verorten sich sehr wohl als typisch männlich oder weiblich. Unter ihnen gibt es jedoch auch Menschen die sich als sowohl als auch, oder als etwas ganz eigenes oder sogar als gar nichts von all der binären Ordnung sehen. Was nicht heißt das wir alles offen machen wollen, jedoch den Menschen die Möglichkeit geben können das sie als Menschen wahrgenommen werden müssen. Dazu gehört auch das wählbare Geschlecht außerhalb der binären Ordnung. Eine dritte Option halten wir um so selbstverständlicher und ein offenlassen für alle Menschen bis zum entscheidungsfähigen Alter.
Zudem nehmen wir auch wahr, das es unter trans*Menschen auch ein Drang zu rechts gibt, welches in dem Artikel "Instrumentalisierung transsexueller Menschen" Anfang April in der rechtspopulistischen Schülerzeitung "Blauen Narzisse" aus Chemnitz zu lesen ist. In dem Artikel wird Beatrix von Storch (AfD) zitiert. Wir distanzieren uns von solchen Artikeln ganz klar und formulieren unsere Forderungen mit anderen demokratischen Mitteln.
Jedoch Sätze auch unter Homo*Menschen gegenüber von trans*Menschen wie "Ich könnte mir meinen Penis nicht abschneiden lassen" zeigt das auch unter diesen Gruppierungen verletzend gegenüber trans*Menschen gesprochen wird. Wie wir schon schon gesagt haben, hat Transphobie viele Gesichter und diese kommt in den Vervielfältigten Erscheinungsformen daher. Auch Fragen ob die jeweilige Person schon operiert ist, geht unter die Gürtellinie und beschreiben, dass sich trans*Menschen gegenüber anderen offenbaren sollen. Als ob es jemanden was angeht was eine Person zwischen den Beinen hat. Genauso erleben homo* orientierte trans*Frauen, dass sie unter Homo*Menschen nicht als das gesehen werden, was sie sind, sondern sie auf das ursprünglich zugewiesenen Geschlecht bei der Geburt reduziert werden.
Bei intersexuellen Menschen wird das noch viel schlimmer, wenn diese im frühen Kindesalter medizinischen Zwangsbehandlungen zur Vereinheitlichung des Geschlechts (nur um die binäre Ordnung aufrecht zu erhalten) behandelt wurden oder werden. Das diesen Menschen jegliche Sexualität als Bestandteil der Würde genommen wird, brauchen wir nicht zu betonen. Es ist seit November 2013 zwar möglich das Geburtsgeschlecht offen zu lassen, jedoch wurde es in diesem Zeitraum nur 10 mal offengelassen. In neun Fällen wurde dies nachträglich bestimmend festgelegt. Die Wirkung der Änderung des PstG §22 Abs. 3 hat in diesem Sinne die eigentliche Wirkung verfehlt. Es muss davon ausgegangen werden, das diese Kinder weiterhin Zwangsmaßnahmen zur Geschlechtsbestimmung oder -vereinheitlichung unterzogen wurden. Ein Entschädigungsfond für die Opfer von diesen Zwangsmaßnahmen wurde bisher nicht eingerichtet. Das hier ein Widerspruch zur Unversehrtheit des Körpers besteht wie es ausdrücklich im Grundgesetz verankert ist, brauche ich nicht explizit benennen. Deshalb fordern wir ein Verbot von genitalvereinheitlichen -kosmetischen Operationen und eine Entschädigung von Opfern dieser Zwangsbehandlungen.
Die Grußworte der Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Sachsen, Petra Köpping hat uns wiedereinmal gezeigt, das es hauptsächlich nur um Homophobien an einem Tag wo Transphobie explizit mit benannt ist, geht. In den Grußwort wird zwar Transphobie mit benannt, doch leider fällt diese im weiteren Verlauf völlig unter den Tisch. Das wollen und können wir nicht so stehen lassen, zumal seit Jahrzehnten nichts von der Gesetzgebung geändert wurde. Jegliche Änderungen hat das Bundesverfassungsgericht, indem es einzelne Abschnitte des TSG für menschenunwürdig und mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist, erwirkt. Wir hätten uns von dem Staatsministerium für Gleichstellung und Integration unter Führung von Petra Köpping etwas anderes erwartet. Das zeigt das wir nach wie vor am Anfang stehen und wir immer wieder auf Menschen der unterschiedlichsten demokratischen Strukturen zugehen müssen um klarer unsere Forderungen zu formulieren. 
Menschenrechte gelten für alle Menschen und sind weder teil- noch verhandelbar.